- Förderkreis Lichtblick Seligenstadt e.V.

Seligenstadt (mho) ‐ Vor einer weiteren echten Herausforderung steht der Förderkreis „Lichtblick“. Der Seligenstädter Verein, der Arbeitsplätze, Wohnraum und Freizeitaktivitäten für behinderte Menschen schafft, übernimmt im Frühjahr 2011 das Hotel „Elysee“ an der Ellenseestraße .

Aus Altersgründen gibt das Besitzerehepaar Gertraude und Fritz Höhner den Familienbetrieb mit bislang 18 Zimmer und knapp 30 Betten nach fast 35 Jahren ab. Zur Kaufsumme wollten die Beteiligten keine Angaben machen.„Dies ist für den Verein ein weiterer wichtiger Schritt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze für behinderte Menschen“, fasst Lichtblick-Vorsitzende Johanna Wurzel das zentrale Motiv zusammen. Für das Vorhaben laufen die Vorbereitungen mittlerweile auf Hochtouren.

Treffen der alten und neuen Besitzer des Hotel Elysee

Ein Seligenstädter Architekturbüro hat den Auftrag, eine Liste mit den erforderlichen Umbaumaßnahmen, die durch die Übernahme und neue Bestimmungen der Baubehörden notwendig sind, zu erstellen und die Kosten zu ermitteln. „Der Hotelbetrieb läuft nach der Übernahme ohne Veränderung und Unterbrechung weiter. Das hat einen erheblichen planerischen Aufwand zur Folge“, so Wurzel weiter. Das Betreiberehepaar Höhner hat zugesagt, den Übergang noch einige Zeit zu begleiten.

Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen wichtig

Um das neue Projekt finanzieren zu können, startet der Förderkreis „Lichtblick“ in den nächsten Tagen eine Spendenaktion, die sich an Bürger und Geschäftsleute in der Region richtet. „Ein so großes Projekt ist nur mit der Solidarität und Unterstützung vieler Mitbürger zu bewältigen.“ Außerdem stellt der Verein einen Antrag bei der ,Aktion Mensch', der größten privaten Förderorganisation in Deutschland, um Fördermittel zu erhalten, kündigt Johanna Wurzel an.

Wie wichtig die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für behinderte Menschen in der Gesellschaft sei, „zeigen die vielen Anfragen, die im Laufe der Jahre beim Förderkreis eingegangen sind. Inzwischen haben auch innerhalb des Vereins Schulungsmaßnahmen begonnen, um behinderte junge Menschen auf die neue Aufgabe vorzubereiten.“

Behinderungsgerechte Wohnumfeld


Seit Mitte der 90er Jahre unterstützt der „Lichtblick“ junge Erwachsene mit Behinderung. So biete das Klostercafé neun jungen Menschen einen festen Job. Bei ihrer Arbeit werden sie von anderen Angestellten betreut. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Lichtblick-Schilderstelle, in der - in Kooperation mit der Zulassungsstelle - zwei weitere jungen Leute Kfz-Kennzeichen herstellen. Auch für ein behindertengerechtes Wohnumfeld trägt der Verein Lichtblick Sorge. Gemeinsam mit der Stadt Seligenstadt gründete der Förderkreis einst eine GmbH zum Bau und Betrieb der Wohnanlage Haus Wallstraße. Zentrum dort ist eine Wohngruppe mit insgesamt 15 Plätzen.

Von Michael Hofmann

Quelle: Offenbach Post vom 09.11.2010